Alpenüberquerung (Durchführung)

Wir orientieren uns am Traumpfad (München-Venedig), werden aber einige Abwandlungen vornehmen. Prämissen unserer Tour waren:
– max. Länge von 8 Tagen
– Deutschland, Österreich und Italien sollen „betreten“ werden
– möglichst wenig Bus/Bahn

Start ist in Mittenwald. Ziel in Sterzing.

Geplante Tour (grob), leider mussten wir an diversen Stellen aufgrund der Schneeverhältnisse abweichen

Packliste

  • Grödel
  • Erste-Hilfe-Set
  • Sonnencreme
  • Trinkblase
  • Wanderstöcke
  • Offline-Karten
  • Powerbank, Ladegerät
  • Elektrolyte, Magnesium etc.
  • Powerriegel
  • Regenjacke/-hose
  • Sonnenbrille
  • Mütze (kalt), Snapback (warm)
  • Klamotten (Zwiebelprinzip :-))
  • Taschenmesser
  • Stirnlampe/Taschenlampe
  • Hüttenschlafsack
  • Cash 🙂
  • Blasenpflaster
  • Foto

Tag 1 (Donnerstag, 20.06.)

Mittenwald -> Scharnitz [1:30h; 7km] entlang der Isar Link
Scharnitz -> Karwendelhaus [5:00h; 17,2km; 900m auf] Link

Die Tour von Mittenwald über Scharnitz auf’s Karwendelhaus verlief problemlos. Zwei kleine Schauer, sonst wunderschönes Wetter. Der Weg verläuft ca. 22km relativ flach und steigt dann auf den letzten 4km ca. 700 Höhenmeter steil an.

Flache Wanderung durch’s Tal von Scharnitz Richting Karwendelhaus
Aufstieg zur Karwendelhütte

Übernachtung

Karwendelhaus. Sehr große Hütte, aber Plätze sind oft rar.

Sehr netter Hüttenwirt. Leider hatte er schlechte Nachrichten für uns: die Birkkarspitze ist noch nicht begehbar. Einzige Alternativen waren über die Lamsenjochhütte nach Stanz und dann mit dem Zug nach Innsbruck oder zurück Richtung Scharnitz, über den Karwendelsteg zum Wiesenhof und von dort mit dem Taxi zur Kastenalm.

Tag 2 (Freitag, 21.06.)

Karwendelhaus -> Hallerangerhaus

Da wir das Hallerangerhaus gebucht hatten, entschieden wir uns für letztere Variante und stiegen dann von der Kastenalm zum Hallerangerhaus auf.

Bestes Wetter
Blick aus dem Hallerangerhaus kurz nach starkem Gewitter

Übernachtung

Hallerangerhaus, sehr nette Wirtin, nagelneue Schlaflager mit viel Platz. Leider rissen auch hier die schlechten Nachrichten nicht ab: es sei nicht sicher, ob das Stempeljoch begehbar ist. Die letzte Info von dort war allerdings eine Woche alt.

Tag 3 (Samstag, 22.06.)

Wir entschieden uns es zu versuchen und uns vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Über den Durchbruch, der noch schneebedeckt war (erster Grödeleinsatz :-)), ging es rauf zum „Lafatscher Joch“. Dort entschieden wir es zu versuchen und bogen zum „Wilde-Bande-Steig“ ab. Der Steig war sehr anspruchsvoll, da es mehrere Schnee- und Geröllfelder zu queren galt. Am Stempeljoch angekommen mussten wir leider feststellen, dass eine Überquerung auch mit Grödeln aufgrund der Steile und Schneelage leider noch zu gefährlich ist. Stattdessen stiegen wir dann über 1000 Höhenmeter hinunter nach Absam/Hall und von dort per Taxi nach Innsbruck.

Durchbruch zum Lafatscher Joch
Stempeljoch vom Wilde-Bande-Steig aus
Gegenüber der Wilde-Bande-Steig, links das Stempeljoch

Übernachtung

Airbnb

Tag 4 (Sonntag, 23.06.)

Wir fahren von Innsbruck Igls mit der Patscherkofel Bahn zur Berstation und laufen über den Zirbenweg nach Boscheben. Dann rechts über den Glungezer-Höhensteig zur Glungezerhütte (2610m). Dort in der Senke liegen stellenweise noch 15m Schnee.
Von hier aus sind wir noch auf den Glungezer Gipfel (2677m) und haben den Sonnenuntergang auf der Sonnenspitze genossen (jeweils nur 10min von der Hütte).

Zusammen mit dem Hüttenwirt Bernhard haben wir die nächsten Tage geplant und werden leider weiterhin aufgrund der Schneeverhältnisse von unserer ursprünglich geplanten Route abweichen müssen.

Zirbenweg
Höhensteig
Glungezerhütte
Sonnenspitze zum Sonnenuntergang

Übernachtung

Glungezer Hütte, traumhafte Hütte und Bewirtung. Hier gibt es nepalesisches Essen. Aufgrund der Verhältnisse hatten wohl viele Wanderer abgesagt, sodass wir die Hütte bis auf zwei Andere ganz für uns alleine hatten.

Tag 5 (Montag, 24.06.)

Der Adlerweg / Geier Route über den Grat („7 Tuxer Summits“) ist leider aufgrund der Schneelage noch nicht begehbar. Auch die Umgehung ein paar hundert weiter unten über den Gwannsteig ist noch gefährlich, da es sehr steile Schneefelder zu queren gilt und auch am Naviser Jöchl noch zu viel Schnee liegt. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als fast 1000m abzusteigen und von der Mittelstation wieder ins Tal zu fahren. Dort lassen wir uns mit dem Taxi zum Truppenübungsplatz Lager Walchen bringen. Der Taxifahrer war ein Tiroler Original und hat uns auf der Fahrt mit vielen Geschichten und Land und vor allem Leute unterhalten. Hinter dem Militär-Schlagbaum, aber noch vor der Brücke steigen wir links den Zirbenweg (schon wieder) zur Lizumerhütte auf. Diese liegt bilderbuchartig an einem kleinen Weiher. Leider weniger idyllisch sind die diversen Militäranlagen und -gebäude hinter dem Haus.

Abstieg von der Lizumerhütte
Murmeltiere
Blick ins Tal auf ca. halber Höhe
Blick von der Terrasse der Lizumerhütte

Übernachtung

Lizumerhütte

Tag 6 (Dienstag, 25.06.)

Die Tuxer-Joch-Hütte hat leider noch geschlossen und öffnet erst Ende Juni. Vom dortigen Hüttenwirt wissen wir, dass die Friesenbergscharte aufgrund von Schnee noch länger nicht begehbar sein wird.
Auf eine 12h Tour zur Geraer Hütte verzichten wir, auch weil wir ziemlich sicher sind, dass auch die Alpeiner Scharte noch nicht überquerbar ist. Stattdessen steigen wir übers Torjoch ins Zillertal ab und nehmen den Bus von Vorderlanersbach zum Schlegeisspeichersee.

Torjoch
Torjoch
Abstieg ins Zillertal
Restschneefelder und Schmelzwasserfall

Übernachtung

Dominikushütte am Schlegeisspeichersee

Tag 7 (Mittwoch, 26.06.)

Heute trennen wir uns. Zwei checken den Staudamm aus und gehen direkt von der Dominikushütte zum Pfitscherjochhaus. Der Rest entschließt sich, noch die Neumarkter Runde zu laufen und die Olperer Hütte zu besuchen. Da der Höhenweg von der Olperer Hütte zum Pfitscherjochhaus noch zu viele gefährliche Schneefelder enthält, müssen wir leider die komplette Neumarkter Runde laufen, d.h. zurück ins Tal und von dort aus nochmal Aufstieg zum Pfitscherjochhaus. Kurz vor Ankunft erreichen wir die Grenze zu Italien.

Schlegeisspeichersee
Zum Glück haben wir nicht an dem Plan über die Alpeiner Scharte festgehalten. Die wäre nämlich hier runtergekommen 😮
Schneefeld auf der Neumarkter Runde
Olperer Hütte über dem Schlegeisspeichersee
Hängebrücke über der Olperer Hütte
Grenzen nach Italien
Teilweise liegt noch „geringfügig“ Schnee (Ende Juni!)
So geht Abkühlung nach 10h Wandern bei 35 Grad

Übernachtung

Pfitscherjochhaus
Einkehr in Olpererhütte über dem Schlegeisspeichersee

Tag 8 (Donnerstag, 27.06.)

Am letzten Tag geben wir nochmal Gas und erklimmen den höchsten Punkt der gesamten Tour: die Rotbachlspitz auf 2895m. Danach steigen wir 1300 Höhenmeter ab ins Tal und laufen nach St. Jakob. Von dort geht der Bus nach Sterzing. Endlich raus aus den Wanderstiefeln und noch einen Abend Südtiroler Flair genießen.

Bus von Stein nach Sterzing: Link
Letzter Bus: circa 19:00

Weg zum Gipfel
Blick vom Gipfel ins Pfitschertal
Gipfelbewohner
„Fancy Yoga shit“

Übernachtung

Hotel Sterzingermoos